Flughafen Leipzig-Halle
Veröffentlicht am 05.05.2009 um 15:57 Uhr
Der Flughafen Leipzig-Halle liegt in der Nähe der Stadt Schkeuditz in Sachsen zwischen den Großstädten Leipzig und Halle an der Saale. Er ist der größte Flughafen in Mitteldeutschland und die dazu gehörigen Grundstücksflächen des Flughafens liegen im Verwaltungsbereich Schkeuditz im Landkreis Delitzsch.
Insgesamt werden im Jahr ca. 40 Ziele nonstop angeflogen. Von April-Oktober wird das Angebot an Flügen regelmäßig erweitert. Die Insel Sylt wird dabei als achtes innerdeutsches Ziel angeflogen. Die DHL und Lufthansa Cargo sind die Frachtfluggesellschaften die am Flughafen ihren Standort haben.
Der Flughafen befindet sich ca. 18 km nordwestlich von Leipzig und auch südöstlich von Halle an der Saale. Erreichbar ist der Flughafen über die Autobahn A14 und A9. Die Bundesstraße 6 führt direkt am Flughafen vorbei. Der Flughafen Leipzig-Halle besitzt einen eigenen Flughafenbahnhof und ist damit in das Verkehrsnetz der Deutschen Bahn eingebunden. Der Flughafen ist außerdem über unterschiedliche InterCity-Linien angebunden.
Nach einer Bauzeit von knapp 8 Monaten – mit dem ersten Spatenstich am 01.09.1926 – wurde der Flughafen am 18.04.1927 in Betrieb genommen. Damals wurde der Flugplatz hauptsächlich noch von Luftschiffen genutzt weshalb er eine kreisrunde Landefläche besaß. 1928 bekam der Flughafen eine 400 Meter lange Start- und Landebahn und der Name Flugplatz Schkeuditz wurde durch den Namen Flughafen Halle-Leipzig ersetzt. Mit der Eröffnung sollte er den Flugverkehr als Großflughafen für den Ballungsraum Halle-Leipzig übernehmen weil der Flugplatz Nietleben zu klein für die Nachfrage war und sich keine Möglichkeit bot den Flughafen auszubauen.
Die Gesellschaft Junkers Luftverkehr trug den vorherigen Leipziger Flugplatz Mockau die im Jahre 1926 in der Deutschen Lufthansa aufging. 1930 bis 1931 wurde dem Flughafen ein Restaurantgebäude hinzugefügt welches zu einem beliebten Ausflugsziel wurde. 1936-1937 wurde das bis dahin provisorisch errichtete Verwaltungsgebäude durch einen Neubau ersetzt und dazu ein Abfertigungsgebäude im Stil nationalsozialistischer Architektur hinzugefügt. 1937 stand der Flughafen mit 40 Starts pro Tag auf dem 4. Platz der verkehrsreichsten Flughäfen Deutschlands. Zu Beginn des 2. Weltkrieges wurde der zivile Luftverkehr eingestellt und alle Anlagen von der deutschen Luftwaffe übernommen die diese für Kriegszwecke benutzte. Am 16.04.1944 wurden große Teile der Anlage von alliierten Bombern zerstört.
Nach einigen Ausbauversuchen wurde der Flugverkehr auf die neue und kaum benutzte Landebahn in Schkeuditz verlegt weil der bis in die 60er Jahre genutzte Flughafen in Leipzig-Mockau nicht mehr den technischen Anforderungen genügte. Durch mehrere Umbaumaßnahmen wurde der Flughafen Leipzig am 19.05.1972 ganzjährig in Betrieb genommen und als Verkehrsflughafen genutzt. Der Flughafen wurde in den nächsten Jahren immer weiter ausgebaut auch als finanzielle und kapazitäre Schwierigkeiten auftraten. Dies war auch notwendig weil sich die Passagierzahlen von 1972-1988 auf 550000 Abfertigungen verzehnfacht hatten. Zur Leipziger Messe am 18.03.1986 flog zum ersten Mal die Concorde der Air France nach Halle-Leipzig, zwei Tage später folgte die Concorde der British Airways. Der Flughafen zählte zum Warschauer Pakt und sollte im Kriegsfall als Ausweichflugplatz für die Luftstreitkräfte der NVA und den Geschwadern der sowjetischen Luftstreitkräfte dienen. Nach der Wiedervereinigung wurde aufgrund des wirtschaftlichen Umbruchs am 17.09.1990 die provisorische Flughafen Leipzig GmbH gegründet, die dank einiger westdeutscher Flughäfen den Betrieb aufrechterhalten konnte. Später wurden die kommunalpolitischen Verhältnisse geklärt und im Juni 1991 wurde die nunmehr genannte Flughafen Leipzig/Halle GmbH von den Ländern Sachsen-Anhalt, Sachsen und mehreren umliegenden Landkreisen übernommen und daraufhin starteten Modernisierungsmaßnahmen der Landebahn und der Abfertigungshalle. Zum ersten Mal wurden 2 Millionen Passagiere Ende 1992 abgefertigt. Zwei Jahre später verdoppelte sich die Zahl auf 4 Millionen Passagiere. 1996 wurde ein extra neu errichtetes Abfertigungsgebäude eingeweiht.
Die Mitteldeutsche Flughafen AG ist der Mehrheitsgesellschafter die auch am Flughafen Dresden die Mehrheitsanteile besitzt. Zu den Gesellschaften der Mitteldeutschen Flughafen AG zählen ausschließlich Gebietskörperschaften. Der Freistaat Sachsen hält dabei 73%, Sachsen-Anhalt 14%, Dresden 6%, Halle 5% und Leipzig 2%.
Der Landkreis Delitzsch, der Landkreis Leipziger Land und die Stadt Schkeuditz halten je 0,25%. Der Freistaat Sachsen ist noch einmal mit 5,25% am Flughafen Leipzig/ Halle GmbH beteiligt.
Das Flugaufkommen hat in den Jahren seit 1990 immer mehr zugenommen. 1990 lag die Passagierzahl bei 0,274 Millionen im Jahre 2006 schon bei 2,348 Millionen. Das Fracht- und Postaufkommen hatte 1990 ein Aufkommen von 366 Tonnen, im Jahre 2006 lag es bereits bei 29330 Tonnen.
Im Jahre 2005 wurde der Flughafen weiter ausgebaut und eine neue Rollbahn in Betrieb genommen. Insgesamt betrugen die Kosten 350 Millionen Euro zuzüglich 48 Millionen Euro für den Grunderwerb und 18 Millionen Euro für Lärmschutzmaßnahmen.
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