Flughafen Frankfurt-Hahn
Veröffentlicht am 05.05.2009 um 15:05 Uhr
Der Flughafen Frankfurt-Hahn ist ein militärischer Flugplatz und seit dem Jahr 1993 zusätzlich ein ziviler Flughafen in Rheinland-Pfalz. Der Flughafen ist der viertgrößte Frachtflughafen in Deutschland und zählt zu den am schnellsten wachsenden Flughäfen. Vor allem Billigfluggesellschaften befördern die Passagiere in andere Länder. Die Fluggesellschaft Ryanair mit ihren Flügen nach London-Stansted bildet damit das wichtigste europäische Luftfahrt-Drehkreuz. Als militärischer Flughafen ist er nach dem Abzug der United States Air Force nur noch von marginaler Bedeutung.
Der Flughafen liegt auf einer Höhe des Hunsrück-Hauptkammes – 503 Meter – zwischen Bärenbach, Hahn, Sohren, Lautzenhausen und Büchenbeuren. Die nächsten großen Städte sind Koblenz, Mainz und Trier. Frankfurt-Hahn liegt gut 120 km westlich von Frankfurt am Main zwischen der Bundesstraße 50, 327 und 421.
Im Jahr 1951 begann die französische Besatzungsmacht im Hunsrück mit dem Bau eines Militärflughafens. Dieser wurde später von der US-amerikanischen Luftwaffe übernommen und nach der militärischen Nutzung im Jahre 1993 an die zivile Verwaltung zurückgegeben. In den 90er Jahren wurde ein weiterer internationaler Flughafen zur Entlastung des Rhein-Main-Flughafens geplant. Frankfurt-Hahn verfügt über eine Nachtfluggenehmigung und ist noch erweiterbar. Zum ersten Mal startete am 22.05.1993 ein ziviler Flug nach Mallorca.
Den Namen Hahn hat der Flughafen von den US-Amerikanern. Wieso der Flughafen den Namen Hahn und nicht den Namen der Ortsgemeinde bekam auf dem er gebaut wurde ist nicht eindeutig geklärt. Eine mögliche Variante sagt dass die Amerikaner den Namen Lautzenhausen schwer aussprechen konnten und deshalb auf den Namen der Gemeinde Hahn zurückgriffen. Eine andere Geschichte besagt dass nach Planungen der Militärflughafen ursprünglich etwas versetzt zum Standort Hahn und nicht bei Lautzenhausen gebaut werden sollte. Die Planungen wurden dann geändert aber bei dem Namen Hahn soll es dann geblieben sein.
Am 16.10.2006 wurde eine schwere Störung Auslöser einer Diskussion über die Sicherheit im Luftraum. An diesem Tag stieß beinahe ein Tornado der Luftwaffe mit einer Ryanair-Maschine zusammen. Die Passagierflugmaschine musste den Landeanflug abbrechen um einen Zusammenstoß mit dem Tornado zu verhindern. Die Ermittlungen wurden mittlerweile eingestellt.
Die Start- und Landebahn wurde bereits von 3040 Metern auf 3800 Metern nach Westen hin ausgebaut um für Langstrecken-Frachtflugzeuge eine angemessene Landebahn zu bieten. Ein weiterer geplanter Ausbau wurde gestoppt weil der Naturschutzbund wegen der geschützten Mopsfledermaus geklagt hatte. Der Ausbau der Landebahn hätte weitere Rodungen zur Folge gehabt wodurch die Art der Fledermaus gefährdet worden wäre. Mittlerweile hat der Naturschutzbund die Klage zurückgezogen weil die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH sich bereit erklärt hat zusätzliche Naturschutzmaßnahmen im Rahmen des geplanten Ausbaus vorzunehmen. Das Oberlandesgericht Koblenz entschied am 26.01.2006 dass die Landebahn Richtung Nordosten auf einer Gesamtlänge von 3500 Metern genutzt werden darf wenn dafür keine weiteren Rodungen notwendig sind. Weitere Ausbaumaßnahmen sind ebenfalls geplant woran sich die Ryanair mit der Hälfte der Baukosten beteiligen will. Weiter existieren Überlegungen den Flughafen Frankfurt-Hahn, Zweibrücken und Saarbrücken in ein gemeinsames System einzubinden. Am 15.01.2007 wurde eine 440 Meter lange Cargo-Zufahrtsstraße eröffnet von der insgesamt drei Stichstraßen mit einer Länge von 265 Metern abgehen die die Frachthallen mit dem Vorfeld verbinden.
In den strukturschwachen Regionen zählt die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH zu den bedeutendsten Arbeitgebern. Alleine 2900 Arbeitsplätze konnten im gesamten Umfeld des Flughafens geschaffen werden. Geplant ist bis 2010 die Schaffung von insgesamt 10000 neuen Arbeitsplätzen.
Insgesamt 3,7 Millionen Passagiere wurden im Jahr 2006 über den Flughafen abgefertigt, und die Fluglinie Ryanair plant eine Steigerung bis 2012 von 2,7 Millionen auf 8 Millionen Passagiere jährlich.
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