Flughafen Frankfurt am Main (Fraport)
Veröffentlicht am 13.05.2009 um 10:14 Uhr
Der Flughafen Frankfurt am Main trägt auch den Namen Rhein-Main-Flughafen und ist mit Abstand der größte deutsche Flughafen und eines der weltweit bedeutendsten Luftfahrt-Drehkreuze. Betrieben wird der Flughafen von der Fraport AG. Das Flughafengelände ist als Frankfurt-Flughafen ein eigenständiger Stadtteil von Frankfurt am Main.
Der Flughafen besitzt drei Startbahnen von denen zwei parallele 4000 Meter lang und 60 Meter breit sind – zusätzlich zwei Schultern von 7,5 Metern - und die Startbahn West die eine Länge von 4000 Metern und eine Breite von 45 Metern aufweist wozu noch zwei Schultern je 7,5 Metern Breite zählen. Die Startbahnen können nicht unabhängig voneinander genutzt werden und auch der gleichzeitige Betrieb ist nur eingeschränkt je nach der Windrichtung möglich. Die Parallelbahnen können nur gestaffelt angeflogen werden damit sich die anfliegenden Maschinen nicht durch die erzeugten Wirbelschleppen gegenseitig gefährden. Die Startbahn West wird nur als Startbahn in Südrichtung genutzt weil es beim An- oder Abflug mit dem nördlich gelegenen Hauptkamm des Taunus Probleme geben kann. Nach den Verordnungen des ICAO ist dies nicht zulässig.
Im August 2006 lag der Koordinierungseckwert bei 82 Flugbewegungen in der Stunde. Bemessen wurde dies in der Zeit von 6-14 Uhr und bei 83 Flugbewegungen für die Zeit von 14-22 Uhr.
Im Jahr 1972 war der Flughafen Frankfurt am Main der erste der eine vollautomatische Gepäckförderanlage in Betrieb nahm.
Der Flughafen ist vom Passagieraufkommen weltweit die Nummer 8 und der drittgrößte in Europa nach dem Flughafen London-Heathrow und dem Flughafen Paris-Charles des Gaulle.
Bei der Frachtbeförderung war der Flughafen Frankfurt im Jahre 2006 in Europa die Nummer 2 und in der weltweiten Liste kam er auf Nummer 8 mit einer Gesamtfördermenge von 2,12 Millionen Tonnen.
Im Jahre 1950 lagen die Zahlen für die Passagierbeförderungen bei 195.330, 2006 wurden insgesamt 52.821.778 Passagiere abgefertigt.
Im Jahre 1907 wurde in Deutschland der Rhein-Main-Flughafen in Griesheim bei Darmstadt errichtet, er war der erste Flughafen in Deutschland. Später wurde der Flughafen in August-Euler-Flughafen umbenannt und von den USA als militärische Basis genutzt nachdem der Rhein-Main-Flughafen nach Frankfurt verlegt wurde. Heute steht auf dem ehemaligen August-Euler-Flughafen ein Horchposten für das Echelon-Netzwerk welches im Frühjahr 2004 fertig gestellt wurde. Das Gelände trägt den Namen Dagger Komplex.
1912 wurde der Flugplatz am Rebstock in Frankfurt-Bockenheim eröffnet und 1924 wurde durch ein Gutachten angezweifelt das es möglich ist den Flughafen längerfristig auszubauen. 1930 wurde daraufhin vom Frankfurter Magistrat nach geografischen, meteorologischen und verkehrstechnischen Planungen der Neubau eines Flughafens im Süden von Frankfurt beschlossen der allerdings an der Wirtschaftskrise scheiterte. Im Dezember 1933 wurde die Planung von den Nationalsozialisten aufgegriffen und die weiträumige Rodung der Frankfurter Stadtwaldes angeordnet.
Im Jahre 1936 wurde der neue Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main eröffnet. In den folgenden Jahren war der Flughafen die Heimat für das Luftschiff LZ 127 Graf Zeppelin und die LZ 129 Hindenburg. Am 06.05.1937 verunglückte die Hindenburg am Lakehurst und läutete damit das Ende des regelmäßigen Luftschiffverkehrs ein.
Nach dem Beginn des Krieges 1939 starteten erstmals deutsche Bomber mit dem Ziel Frankreich am 09.05.1940 vom Flughafen. Insgesamt vielen ca. 2000 Bomben über die gesamte Kriegszeit verteilt auf das Rollfeld, und mehrere deutsche Truppen sprengten einige Gebäude. Aus dem KZ Walldorf das südlich vom heutigen Flughafen-Gelände lag verrichteten jüdische Zwangsarbeiter Bauarbeiten für den Flughafen. Im Jahre 1950 sah man erstmals die Bundesflagge über dem Flughafengebäude und in den folgenden Jahren bis 1990 wurde der Flughafen immer weiter ausgebaut und modernisiert.
Derzeit liegt die Kapazität des Flughafens bei ca. 460000 Flügen jährlich. Bis 2020 erwartet man eine Steigerung auf über 700000 Flugbewegungen. Derzeit sind weitere Ausbaumaßnahmen geplant die unter anderem auch die Abwanderung der Lufthansa zum Flughafen München verhindern soll. Im Jahr 2005 wurde bereits mit dem Bau der A380-Werft begonnen was Naturschützer kritisiert haben weil dafür über 21 Hektar Wald gerodet werden mussten. Die Arbeiten sollten im Jahr 2015 abgeschlossen sein.
Der Flughafen ist derzeit laut der IHK die derzeit größte lokale Arbeitsstätte in Deutschland. Ca. 68500 Menschen arbeiten dort.
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